Intention des Projektes

Was hat uns bewogen?

Bei der Suche nach Aufgabenfeldern, die das Bestreben der Stiftung „Kultur und Bildung“ nach Umsetzung eines bildungspolitischen Stiftungsprojektes unterstützen können, sind wir auf das durch die Hamburger ZEIT-Stiftung entwickelte Projekt „LERNWERK“ gestoßen.

Ein Besuch in Rostock – dort befand sich das Lernwerk-Projekt seit einigen Jahren in der Umsetzung – hat uns schnell die Gewissheit gegeben, dass der wöchentliche Praxistag, der die Berufswahlorientierung von Haupt- und Sonderschülern ein Jahr lang begleitet, in modifizierter und individueller Form gut zu uns nach Oberhausen passen würde. Denn am Ende der schulseitig gestalteten Berufsorientierung steht der Übergang in die Ausbildung, Bildungsgänge der Berufskollegs, berufsvorbereitende Maßnahmen oder Förderlehrgänge. Und hier hatten sich in den letzten Jahren folgende Probleme deutlich herausgestellt:

  • Nur jeder 9. – 10. Hauptschulabgänger bekommt in Oberhausen einen Ausbildungsplatz. Für Absolventen der Förderschulen gibt es kaum geeignete Ausbildungsstellen.

  • Ein Teil der Schüler ist nicht ausbildungsreif.

  • Eltern beteiligen sich oft nur unzureichend an der Berufswahl ihrer Kinder.

  • Schüler, die eigentlich für eine betriebliche Ausbildung bereit und geeignet sind, stellen sich aufgrund der schlechten Ausbildungsstellensituation auf Bildungsgänge der Berufskollegs ein. Hier kommt es zu vielen Abbrüchen.

Für die Hauptschulen heißt das: Ein erheblicher Teil der ausbildungsbereiten Schüler bekommt keine Ausbildungsstelle. Aus der negativen Erwartung wählen Jugendliche daher Ausbildungsberufe, die sie eigentlich nicht bevorzugen oder für die sie weniger geeignet sind. Eine Folge sind vermehrte Ausbildungsabbrüche. Andere Schüler weichen schon vorher in die berufsvorbereitenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit (AfA) oder anderer Einrichtungen aus.

Für die Förderschulen heißt das: Der direkte Übergang in Ausbildung ist die absolute Ausnahme, fast alle Schüler der Förderschulen gehen in Maßnahmen der AfA und Bildungswerke oder in Werkstätten der Jugendhilfe. Die Lernmotivation ist durch die allgemein schwierige Situation gerade in den oberen Klassen niedrig. Genau wie in der Hauptschule häufen sich unentschuldigte Fehlzeiten.


Und das alles, obwohl unterschiedliche Elemente der Berufswahlvorbereitung, sowohl schulintern, als auch mithilfe außerschulischer Partner, an den Haupt- und Förderschulen zum Einsatz kommen. Hier wurde schnell deutlich: Der Praxistag soll keine isolierte Form der Berufswahlförderung darstellen, sondern in die bestehende Infrastruktur der Beratungsarbeit sinnvoll – und vor allem den individuellen Bedürfnissen der Schulen (und somit Schüler) angepasst – integriert werden.

Als Grundlage für das Projekt dient uns ein Konzept, das die wesentlichen Aufgaben, Ziele und Rahmenbedingungen regelt.